ein radtrip durch basel 1943 – assoziationen meinerseits entäußerten sich in aufgeregtem suchen nach der sogenannten „jagdtruppe“ (polizeiliche fahrradeinheit der stadt potsdam – selbstbezeichnung) hinter bäumen, büschen, sternen und gartentüren innerhalb des folgenden kleinen filmchens, bis mir klar wurde: damals gab es die ja noch gar nicht. nun frage ich mich allerdings schon mindestens eine stunde (in gewohnt selbstzerfleischender neoliberaler manier), ob es nicht konsequent wäre, angesichts der wiederum neoklassizistischen „restaurierung“ des stadtbildes und neore-historisierung aller öffentlichen räume, die „jagdtruppe“ wieder abzuschaffen, um den gästen der stadt – auch als kaufkräftige Touristen beschworen, endlich die ihnen zustehende >authentische< (wer will denn noch produkte, die echt oder wirklich sind?) stimmung der residenzstadt zu präsentieren - ja, wenn das nicht ein ganz vertracktes problem aufwirft...der hier (ich gebs zu als eyecatcher) aufgeführte gastkommentar erschöpfte sich in einem müden achselzucken und dem vor sich hin genuschelten satz: "radfahren könnte so schön sein..."
in diesem sinne
…sind die lücken im radweg oder wahlaufsteller auf dem gehweg oder der poller hinter der kurve oder die fahrradampel, die grün zeigt, während die fußgängerampel rot zeigt und dem linksabbiegenden damit freie fahrt signalisiert oder das plötzliche nur durch ein schild am straßenrand markierte ende des radweges, während die straßenmarkierung intakt geblieben ist oder…
deshalb: winter wählen, denn „winter safes lives“:

liebe leidensgemeinschaft,
wusstet ihr schon? ab 1. september gilt die neue straßenverkehrsordnung: die neuerungen im vergleich zur alten stvo sind über dieses blog anzuschauen: http://www.rad-spannerei.de/blog/2009/07/13/alte-und-neue-stvo-fur-radfahrer/
eigentlich soll diese neue stvo radfahrerInnen mehr rechte einräumen. ihr habt aber davon noch gar nichts gemerkt? vielleicht liegts daran, dass es in potsdam kaum (oder gar keine?) fahrradstraßen gibt, nirgends ausreichend platz auch noch für inlinescater wäre, viele fahrbahnen einfach gar keine markierungen für fahrräder haben und so die 2m mindestbreite für fahrradwege kein problem für die stadt darstellen. fahrradwege sollen möglichst wenige einfahrten, etc. aufweisen – da frage ich mich, ob sie den fahrradweg in der kurfürstenstraße nicht bald lieber ganz abschaffen (erstes stück radweg auf der hegelallee gibt es nur „illegal“, dann hört er vor dem nauener tor auf, um plötzlich in schönster roter markierung links von den parkenden autos und rechts neben dem berufsverkehr mit einer breite von ca. 1m wieder zu beginnen, wäre ja ein anfang, allerdings ist nach der ampel erstmal schluss, das dritte stück – lapidar mit einer weißen linie, die bis zum ersten parkenden auto reicht, markiert – befährt die wagemutige fahrradfahrerin dann quasi allein mit sich, gott und den aufgebrachten autofahrern, die möglichst schnell zur stadtautobahn wollen und gelangweilt austesten, wie dicht sie an das fahrrad herankommen, ohne dass es umfällt – von den rechts parkenden autos abgesehen…radfahren auf bürgersteigen aber weiterhin nur mit ausdrücklicher erlaubnis durch ein extra-schild…




